Februar 19 2016

Die Kurzgeschichte – Aufzucht und Hege

schreibzeug

Die Kunst des Weglassens

Das Genre der Kurzgeschichte unterliegt nicht wirklich festen Regeln und wer sich genauer darüber informieren will, findet eine sehr gute Beschreibung dazu im Bücher-Wiki.

Zuerst ist da die Idee, verschwommen vielleicht noch. Mit jedem Tastenanschlag wird sie präziser, fülliger und in nur kurzer Zeit wird aus dieser Idee ein hübscher Text. Fertig, könnte man meinen und diese Meinung findet ihre Bestärkung in so einigen Traktaten, die im Web herumgeistern.

Doch ist das wirklich alles? Schnell etwas hingeschrieben, das einen Anfang, ein Ende, dazwischen einen Spannungsbogen hat und dann ist der Nobelpreis für Literatur nicht mehr fern wie für Alice Munro im Jahr 2013?

Ich denke, dass es nicht ganz so einfach ist. Eine wirklich gute Kurzgeschichte hat etwas von einem Eisberg. Das, was der Leser vor sich hat, ist nur die Spitze, doch unter der Oberfläche aus Buchstaben und Satzzeichen lauert ein ganzer Roman, der entdeckt werden will und den nur der Leser sich selbst erzählen kann. Es ist nicht mehr als das Fenster zum Hof, in dem die wirkliche Handlung spielt.

Was für jeden Roman gelten sollte, wird in einer guten Kurzgeschichte auf die Spitze getrieben – jedes Zeichen, jedes Wort und jeder Satz haben ihre Bedeutung. Nichts ist einfach so hingeschrieben, um nur da zu sein und gelesen zu werden. Weniger ist Mehr.

So bedeutet das Schreiben einer Kurzgeschichte vor allem eines: Arbeiten. Es ist das Ringen um die maximale Aussage mit so wenig wie möglich Worten. Sie ist ein Katalysator, der die Phantasie des Lesers zündet und ihn dazu bringt, hinabzutauchen unter die Oberfläche seines bewussten Denkens und dort zu erkunden, was sich unter der Spitze des Eisberges verbirgt.

Und wenn die Geschichte wirklich gut ist, wird er dort jemanden finden, den er kennt: sich selbst.

 


 

Salute Gaucho!

pferdEin Sonntagsausritt in die Berge Andalusiens bringt Pferd und Reiter in tödliche Gefahr.

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Nur ein Lächeln

Von Vollpfosten, Stresshormonen und einem langen Arbeitstag

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Luft wie süßes Blei

Ein traumhafter Sonnenuntergang an der Ostseeküste mutiert zu einer unheimlichen Begegnung der dritten Art.

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Die zweite Chance

Hotelnächte sind einsam und deswegen angelt der Macho Christian in einer Kontaktbörse nach Gesellschaft. Doch die Sirene, die er da an Land zieht, hat nicht nur eine schöne Stimme und eine umwerfende Figur. Sie hat auch ein Geheimnis.

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Ich sammle Erinnerungen

Er ist ein Macher und hat alles im Griff – seine Baufirma, den Osten und seine Ehefrau. Bis zu dem Moment, an dem er der Frau im mitternachtsblauen Kostüm begegnet. Sie scheint eine leichte Beute. Doch der Schein trügt.

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Creature - das Tier in uns

Noch immer lebt der Urmensch in uns und alle Tünche der Zivilisation kann nicht verhindern, dass er dann und wann durchbricht. Und es ist gut so.

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Aus dem Tagebuch eines Terrorristen

Es kann den Menschen nicht zugemutet werden, selbständig herauszufinden, was das Beste für sie ist. Ob es sich um die richtige Slipeinlage, das gesellschaftlich korrekte Deodorant oder den passenden Lebenspartner handelt – ohne Werbung wären die Menschen hilflos in einem Dschungel der kommerziellen Verführung.

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Die Angst im Nacken

Die wankende DDR im Jahr 1988. Robert liebt die Frau eines NVA-Generals und jedes ihrer heimlichen Treffen begleitet die Angst.

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Das Herz der Sterne

Marina erzählt Christian der Legende, die sich um ihre seltsame Halskette rankt. Natürlich ist es nur eine Geschichte, doch was er dann herausfindet, lässt ihn sprachlos zurück.

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Domina anonyma

Shoppinglust statt Einkaufsfrust:

„Mühsam drehe ich den Kopf zur Seite und ich sehe die Schneekönigin mit der Grazie einer Tigerin neben mir stehen. Sie verströmt dabei einen animalischen Duft und die Lust in ihrem Blick blendet mich. Wie eine Schlange schießt die Zunge aus ihrem Mund hervor, als sie auf mich herab schaut. Blasses Rosa befeuchtet rote Lippen. Es sind die Lippen, nach denen da Vinci das Lächeln Mona Lisas gemalt hat. Ich kenne diese Frau. Jeder kennt sie. Sie ist Hure und Heilige, Sünde und Unschuld, Katarina die Große, Jean d’ Arc, Hera und Aphrodite, aber auch Medusa, Persephone und Pandora. Sie ist Gaija, unser aller Mutter. Sie schaut auf mich nieder, überlegend, nachdenklich und ihre Augen sind wie schwarze Teiche. Ihr Blick mustert meinen nackten Körper, gleitet unter meine Haut und ich werde geprüft bis in meine tiefste Seele.“

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