Februar 20 2016

Der Bündnisfall – die zweite Front gegen Russland

Dieser Text von mir erschien am 17. November 2015 auf Neopresse. Alles, was danach kam, hat seine Aussage bestätigt. Leider.

 

Der Bündnisfall – die zweite Front gegen Russland

Sollte der Bündnisfall ausgerufen werden, so wäre dies ein weiterer Schritt sowohl zum 3. Weltkrieg als auch zur Kontrolle der Völker Europas.
Wenn die USA – Verzeihung, ich meinte natürlich die NATO – den ‚Bündnisfall‘ ausrufen, wird das mehrere, nicht wiedergutzumachende Konsequenzen für alle Menschen dieser Erde haben, denn die Folgen wären verheerend.

Zuallererst stellt sich jedoch die Frage, warum die USA, in Stellvertretung Frankreich respektive die NATO – ihn überhaupt ausrufen sollten, denn das Land Frankreich ist weder durch ein anderes Land angegriffen worden noch wurde ihm der Krieg erklärt. Eine Gruppe Krimineller hat Anschläge verübt, bei denen einige hundert Menschen ermordet wurden. Das ist ein Grund zum Trauern und die Angehörigen dieser Menschen haben mein tiefstes Mitgefühl.

Doch wenn das als Grund ausreichend ist, zum Krieg aufzurufen, dann hätte das bei allen vorigen Anschlägen auch geschehen müssen. Was natürlich nicht getan wurde, denn es ist einfach nur Irrsinn. Warum soll es jetzt getan werden und vor allem – gegen wen? Gegen Syrien? Syrien ist ein im Bürgerkrieg versunkenes, ausgeblutetes Land, in das obendrein mindestens die USA, Großbritannien und neuerdings auch Russland ihre Krallen geschlagen haben und es als Würfel beim Weltmonoploy missbrauchen. Die noch existierende Regierung dieses Landes, und das dürfte kaum jemand bezweifeln, wird kaum den Auftrag für diese Morde gegeben haben. Dann bleibt also nur der IS.

Es ist beim aufgeklärten Teil der Bevölkerung bekannt, dass der IS durch eben diese NATO, in persona die USA, ins Leben gerufen, ausgebildet, bewaffnet, finanziell versorgt und sogar vor den Luftschlägen russischer Truppen beschützt wurde. Wenn also die NATO und Deutschland gegen den IS in den Krieg ziehen, verspricht das nur Erfolg, wenn sie den Schirmherrn und Gönner der Terrororganisation, die USA vernichten. Denn sonst wachsen dem IS wie der griechischen Hydra, ständig die Köpfe nach. Wie, das hört sich ja krank an? Die NATO kann doch nicht gegen die USA in den Krieg ziehen? Richtig, kann sie nicht. Müsste sie aber, wenn sie den IS wirksam vernichten will.

Da das aber kaum passieren wird, stellt sich die Frage nach dem Sinn einer gemeinsamen NATO-Operation in Syrien. Zumal, wenn sie sich tatsächlich gegen den IS richten sollte (was ich bezweifle), sie zwar dazu führen könnte, dass der IS in Afrika als Organisation aufhört zu existieren. Doch die Kämpfer dieser Terrororganisation werden dann schon längst nicht mehr da sein.

Oder erwartet wirklich jemand, der noch seine sieben Sinne beisammenhat, dass ein paar zehntausend Söldner, die bestens motorisiert sind (danke Toyota! ) volle Bewegungsfreiheit haben, warten, bis der übermächtige Gegner sie zusammenschießt? Sie werden bereits vorher verschwinden wie es viele bereits jetzt getan haben, und es dürfte kein großes Geheimnis sein, wohin.

Das bedeutet, wenn die NATO tatsächlich ernsthafte Absichten in Syrien hat und auch ausführt, holt sie damit den Krieg nach Europa, denn hierher wird auch noch der Rest der Terrormilizen fliehen.

Warum dann der Bündnisfall? Nun, Russland hat in Syrien nicht nur die USA, sondern auch deren westeuropäische Vasallen das Gesicht verlieren lassen. Dieser Bündnisfall bietet die perfekte Möglichkeit, verlorenen Boden wieder gutzumachen, die Russen zurückzudrängen, Assad aus der Regierung zu werfen und aus Syrien einen zweiten Irak zu machen. Mit allen Folgen.

Hinzu kommt, dass die USA dann eine zweite direkte Konfrontationslinie mit Russland aufbauen können, an der sich russische und NATO-Soldaten direkt auf Schussweite gegenüberstehen. Außerdem bietet er die perfekte Möglichkeit, die patriotischen Gefühle der eigenen Bevölkerung zu nutzen. Frankreich ist angegriffen worden und wir werden Frankreich verteidigen! Und nicht nur die Franzosen, sondern alle Mitglieder der westeuropäischen Demokratie. Wir ziehen nach Afrika und verteidigen da die Franzosen. Jawoll! Zwar rund fünftausend Kilometer entfernt von Frankreich, aber das sind nur unwesentliche Details.


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Veröffentlicht20. Februar 2016 von rsonnberg in Kategorie "Zeitgeschehen

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